Dein Geschirr, vor allem die Gläser, sind mit einem weißen Belag übersät? Und auch in der Spülmaschine ist der weiße Belag überall zu erkennen? Dann ist guter Rat meist teuer. Aber nicht bei uns! Denn wir zeigen Dir, wie Du die Ursache zuverlässig bestimmen und was Du dagegen unternehmen kannst.


Salz oder Kalk? – Das ist hier die Frage!

Das Geschirr ist von einem Tag auf den anderen immer mehr von einem weißen, eher krustigen Belag überzogen. Dieser lässt sich zwar mit dem Schwamm abreiben, aber ein neuerlicher Spülgang schafft keine Abhilfe. Ein Blick in die Spülmaschine verrät, dass nicht nur das Geschirr davon betroffen ist. Auch die gesamte Spülmaschine zeigt einen weißen Belag. In unserem konkreten Beispiel ist das nicht zu übersehen. Überall hat sich der weiße Belag abgesetzt.

Ein einfacher Test verrät, worum es sich da eigentlich handelt. Denn lässt sich der weiße Belag in der Maschine mit dem Finger relativ einfach abwischen, dann handelt es sich eindeutig um Salz. Kann der Belag hingegen nicht mit dem Finger abgewischt werden und hilft nur noch Zitronenreiniger weiter, dann handelt es sich um Kalk.


Warum ist Salz in der Spülmaschine?

Jede Spülmaschine benötigt Salz, um das Spülwasser zu entkalken. Denn nur mit entkalktem Wasser ist eine gute Spülleistung sichergestellt. Entkalktes Wasser reduziert den Spülmittelverbrauch und schont so auch die Umwelt. Zudem wird durch die Entkalkung gewährleistet, dass sich kein Kalkbelag am Geschirr bildet, der sich bei Wasserhärten über 15° dH sonst unweigerlich zeigen würde.

Das in die Spülmaschine eingefüllte Salz selbst gelangt dabei aber nicht direkt in das Spülwasser. Es wird nämlich nur dazu benötigt, den Ionenaustauscher (der die eigentliche Entkalkung des Wassers übernimmt) zu regenerieren. Wie aber verirrt sich das Salz dennoch in das Spülwasser? Dazu einige Vorbemerkungen.

Im Normalfall fließt das einlaufende Wasser durch den Ionenaustauscher, wo Magnesium- und Kalzium-Ionen gegen Natrium-Ionen (Salz) ausgetauscht werden. Dieses Salz ist aber gelöst und schlägt sich nicht auf dem Geschirr nieder.

Heute ist das Spezialsalz für Spülmaschinen in zwei unterschiedlichen Darreichungsformen verfügbar: einerseits das seit jeher bekannte grobkörnige Salz, anderseits eine sehr fein gemahlene Variante.

Anmerkung: Normales Speisesalz ist auf Grund der Zusatzstoffe wie Rieselhilfen, Iodide oder Fluoride absolut ungeeignet zur Regeneration des Ionentauschers und würde ihn langfristig zerstören. Umgekehrt könnte Maschinensalz zwar als Speisesalz verwendet werden. Da dieses aber nicht unter für den Verzehr geeigneten Bedingungen hergestellt wird, ist davon tunlichst abzuraten.


Versalzung der Spülmaschine

In den Fällen, in denen eine Versalzung der Spülmaschine festgestellt werden konnte, wurde immer Feinsalz statt grobkörnigem Salz verwendet. Unsere Vermutung ist, dass es durch Verklumpung des Salzes bzw. in Folge einer Verstopfung des Regenerierventils dazu kommt, dass Salz ungehindert in das Spülwasser austreten kann und auf diese Weise die Maschine versalzt.

Eine solche Versalzung kann aufgrund mehrerer Ursachen auftreten: Das Regenerierventil ist entweder kaputt und steht offen oder wurde durch verklumptes Salz offengehalten. Für die Verklumpung des Salzes ist aber nicht zwingend eine schlechte Qualität des Salzes verantwortlich. Denn sie wird hauptsächlich durch das Vermengen mit Spülmittel hervorgerufen – so zum Beispiel, wenn der Salzbehälterdeckel kaputt ist und Spülmittel in den Salzbehälter gelangt. Das Spülmittel verklumpt aber nicht nur das Salz, sondern zerstört gleich auch den Ionentauscher. Daher darf der Salzbehälterdeckel nach dem Nachfüllen niemals offen gelassen werden!



Hinweis: Die Techniker namhafter Hersteller haben im Praxis-Check bei einer zwei Monate alten Maschine und verklumptem Salz von einem Bedienfehler gesprochen und alle Garantieleistungen verweigert. Die angebotene Lösung – der Tausch der kompletten Enthärtungsanlage – hätte weit über 200 € gekostet. Wie die Maschine aber auch ohne Tausch der Enthärtungsanlage wieder in Gang gesetzt werden konnte, zeigen wir Dir im verlinkten Artikel.


Verkalkung der Spülmaschine

Eine Verkalkung der Spülmaschine zeigt sich daran, dass der weiße Belag nicht ohne entsprechenden Reiniger (Zitronenreiniger) vom Geschirr und den Wänden der Spülmaschine entfernt werden kann.

Die Ursache hierfür ist zu hartes Wasser und eine fehlende bzw. unzureichende Entkalkung. Warum diese plötzlich nicht mehr funktioniert und wie Du dieses Problem lösen kannst, haben wir in diesem Beitrag für Dich zusammengefasst: „Verkalkung der Spülmaschine beheben".

Wenn sich der weiße Belag tatsächlich als Kalk herausstellt, dann ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt gekommen, sich über den Härtegrad des vorliegenden Wassers Gedanken zu machen. Wie hart das Wasser in Deiner Region ist, kann natürlich beim jeweiligen Wasserversorger nachgefragt werden. Wer es genau wissen möchte, bestimmt die Wasserhärte einfach selbst. Wie das geht, zeigen wir Dir in der Anleitung Wasserhärte bestimmen. Mit diesem Wissen im Gepäck kann nun an der Lösung des Problems gearbeitet werden.

Anmerkung: Ist der weiße Belag nur auf den Gläsern vorhanden und kann er auch nicht durch händisches Spülen beseitigt werden, liegt vermutlich eine Glaskorrosion vor. Diese ist leider unumkehrbar und macht auf Dauer die Anschaffung neuer Gläser notwendig.


Fazit

Egal welche Art weißer Belag in der jeweiligen Spülmaschine zum Vorschein kommt, es hat eigentlich immer etwas mit der Entkalkungsanlage zu tun. Sei es, dass das Regeneriersalz in den Spülraum gelangt oder die Enthärtung nicht richtig funktioniert. Entscheiden ist zu wissen, welcher Art von Belag vorliegt, um entsprechende Maßnahmen treffen zu können und das Problem am Ende auch zu lösen.