Jeder weiß, dass Kalkflecken an der Duschwand ein Zeichen für hartes Wasser sind. Aber ist hartes Wasser generell schlecht? Nicht für uns Menschen – wohl aber für Rohrleitungen, Armaturen und das Waschergebnis beim Wäschewaschen. Wie aber weiß ich, wie hart das Wasser ist? Nun, das kann man entweder im Internet herausfinden oder beim örtlichen Wasserversorger erfragen. Allerdings kann man auch sehr einfach selbst die vorliegende Wasserhärte bestimmen. Und wie das geht, verraten wir Dir im nachfolgenden Artikel!


Werkzeug und Material

Um die Wasserhärte zu bestimmen, braucht es nicht sonderlich viel an Werkzeug und Material. Dazu reicht im Allgemeinen ein verlässlicher Wasserhärte-Test aus. Verlässlich deshalb, weil wir selbst die Erfahrung machen mussten, dass mit einem bestimmten Test-Set viel zu hohe Wasserhärten gemessen wurden. Daher haben wir den ersten Test mittels Teststreifen schnell zu den Akten gelegt und sind auf eine Titrierlösung umgestiegen. Das ist zwar nicht ganz so bequem wie ein Teststreifen, dafür im Allgemeinen aber genauer.


Warum sollte man die Wasserhärte bestimmen?

Hartes Wasser ist für den Menschen unproblematisch. Es liefert dem Körper sogar wertvolle Mineralstoffe. Zudem ist es verantwortlich für den Geschmack. Denn jeder, der schon einmal entkalktes Wasser probiert hat, wird eines schmecken: nämlich nichts!

Für unsere Geräte jedoch ist der Kalk schlecht, da er Rohrleitungen und Schläuche langfristig verstopft. So werden alte Leitungen z.B. vom Kalk regelrecht zerfressen und im schlimmsten Fall undicht. In der Spülmaschine dagegen sieht man die Folgen sofort: Da macht sich zu viel Kalk bereits beim Spülen auf den Gläsern bemerkbar. Von sauberem Geschirr kann dann meist keine Rede mehr sein. Als Gegenmaßnahmen bleiben hier die Verwendung der eingebauten Enthärtungsanlage und die richtige Einstellung der Spülmaschine.

Auch beim Waschen spielt der Kalk eine entscheidende Rolle. Denn je weniger Kalk im Wasser vorkommt, umso weniger Waschmittel ist erforderlich. Daher ist den meisten Waschmitteln ein Entkalker bereits zugesetzt.

Kaffee und Spülmaschine sind schließlich die besten Beispiele dafür, dass bei ihnen der Härtegrad des Wassers bekannt sein sollte. Denn diese Geräte wollen richtig eingestellt werden, damit ihre Funktion und das Ergebnis am Ende auch stimmen. Ein schneller Wasserhärtetest ist also wärmstens empfohlen!


Wasserhärte bestimmen

Wie aber lässt sich jetzt die Wasserhärte ermitteln? Nichts einfacher als das! Bei dem hier verwendeten Test wird eine bestimmte Menge Wasser aus der Wasserleitung in einen Messbecher vorgelegt. Auf dem Messbecher sind zwei Markierungen aufgedruckt: einer für die Bestimmung der deutschen Härtegrade (dH°) und einer für die französischen Härtegrade (fH°). Die französischen entsprechen in etwa 70% der bei uns üblichen deutschen Härtegrade.

In das Wasser wird nun allmählich die Titrierlösung hineingetropft. Die Farbe des Wassers schlägt bald auf Rot um. Wichtig dabei ist es, den Messbecher immer leicht zu schwenken, damit sich die Lösung mit dem Wasser gut vermischt. So wandert Tropfen für Tropfen in den Messbecher. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis die Farbe des Wassers auf Grün umschlägt. Dann ist die Wasserhärte bestimmt. Bei uns waren es sage und schreibe 32 Tropfen. Und das entspricht einer Wasserhärte von 32 dH°. Ganz schön hart!


Wasserfilter im Test

Da wir bereits wussten, dass unser Wasser sehr hart sein muss, wollten wir unsere Kaffeemaschine natürlich vor den durchaus problematischen Kalkwerten schützen und haben einen Wasserfilter in Verwendung. Kalkbeschläge sind fast keine mehr vorhanden. Aber wie gut wirkt der Filter wirklich? Um das herauszufinden, haben wir auch das gefilterte Wasser einem Test unterzogen. Das Prozedere war das gleiche und das Ergebnis vorerst ernüchternd. Denn auch im gefilterten Wasser haben wir 21 dh° gemessen. Das sollte eigentlich besser gehen!

Daher haben wir einen neuen Filtersatz in den Wasserfilter eingelegt und die Messung wiederholt. Und siehe da, mit dem neuen Filter wurde die Wasserhärte auf 8 dH° reduziert. Ein sehr guter Wert, den die Maschine bestimmt zu schätzen weiß.

Unser Fazit: Der Wechsel des Wasserfilters sollte durchaus regelmäßig erfolgen. Ob es so oft nötig ist, wie der Hersteller empfiehlt? Mal sehen, denn das wird unser Langzeittest verraten. Und wie dieser ausgeht, erfährst Du in einem anderen Artikel.


Messstreifen oder Titrierlösung?

Unsere ersten Tests mit Teststreifen verliefen leider nicht so, wie geplant. Unsere Ergebnisse waren viel zu hoch. Selbst kalkfreies Wasser hatte immer noch rund 15 dH°. Aber sind Teststeifen deshalb grundsätzlich schlecht? Wir glauben nicht und vermuten einfach nur ein fehlerhaftes Produkt. Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist, dass darauf geachtet werden sollte, dass die einzelnen Teststreifen einzeln verpackt sind. Nur das garantiert einen luftdichten Verschluss und fehlerfreie Messungen – selbst dann, wenn zwischen den einzelnen Messungen mehrere Monate liegen.