Die Waschmaschine ist unendlich laut und hängt sichtlich schief, bzw. wird das Schleudern schon bei niedrigen Drehzahlen unterbrochen? Dann ist vermutlich eine Feder gebrochen! Aber keine Sorge diese Reparaturanleitung zeigt Dir, wie einfach Du bei einer Bauknecht Waschmaschine die Federn austauschen kannst. 


Bauknecht Waschmaschine: Federn wechseln

Sind die Federn bzw. die Stoßdämpfer der Waschmaschine ausgeleiert oder verlieren stark an Wirkung, dann macht sich das meist wie folgt bemerkbar: Es ertönen ungewöhnliche Geräusche und die Maschine beginnt, sich beim Schleudern vom Platz zu bewegen. Dies sind meist die ersten Anzeichen für fehlende Dämpfung. Oder aber die Wäsche bleibt nass bzw. schlecht geschleudert in der Trommel liegen. Dies geschieht, wenn der Unwuchtsensor das Schleudern verhindert, um so einen größeren Schaden zu vermeiden.

Die Federn und die Dämpfer sollen in der Regel für einen ruhigen Trommellauf sorgen. Wenn dies nicht gegeben ist, stoppt die Maschine den Schleudergang oder unterbricht sogar schon den Waschgang vorzeitig.

In der Regel sind es nur die Dämpfer, die zuerst an Wirkung verlieren. Daher wird der Tausch in den meisten Fällen zur Lösung des Problems führen. Doch manchmal müssen auch die Federn gewechselt werden; in jedem Fall dann, wenn diese gebrochen sind.

 

Daher wollen wir in dieser Reparaturanleitung anhand einer Bauknecht Waschmaschine vom Typ WAE8575 zeigen, wie die Federn ausgetauscht werden.

Das Wechseln der Stoßdämpfer beim selben Modell haben wir in einer weiteren Reparaturanleitung für Dich aufbereitet.


Werkzeug und Material

Viel Werkzeug wird für diese Reparatur nicht benötigt. Neben dem obligatorischen Schraubendreher wird noch eine 10er Nuss und als Hilfsmittel ein Tragegurt benötigt.


Sicherheitsvorkehrungen

Bevor mit der Reparatur begonnen werden kann, sind ein paar Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Denn die eigene Sicherheit geht wie immer vor!

Daher wird die Waschmaschine zuerst stromlos geschaltet, indem der Netzstecker gezogen bzw. der entsprechende FI (Fehlerstromschalter) betätigt wird.

Danach wird die Waschmaschine auch vom Wasseranschluss getrennt.


Gerät öffnen

Wie so oft muss zuerst der Gerätedeckel entfernt werden. Hierfür werden die beiden Schrauben auf der Rückseite direkt unter dem Deckel ausgedreht. Sind diese entfernt, wird der Deckel etwas nach hinten geschoben und dann abgehoben.

Die Abdeckungen der Transportsicherung werden ebenfalls entfernt, indem diese an der Perforation eingedrückt und nach außen geschoben werden.

Danach müssen noch die Schrauben der Geräterückwand entfernt werden.


Bedienblende abnehmen

Als nächstes muss etwas Platz geschaffen werden. Denn auf der linken Seite ist zu wenig davon vorhanden. Die Einspülkammer verhindert hier den Griff zur Feder.

Die Einspülkammer wird durch Drücken des Sicherungszapfens entriegelt und anschließend herausgezogen. Dies sollte ganz leicht und ohne Gewalt geschehen.

Danach geht es weiter zur Bedienblende. Diese ist nicht verschraubt, sondern nur durch Plastikwiderhaken im Rahmen verankert. Eine dieser Verriegelungen befindet sich, von vorne gesehen, am rechten äußeren Rand. Drei befinden sich an der Oberseite und eine am linken inneren Rand. Für die letzte ganz links außen hilft jedoch meist nur der Schraubendreher.

Generell ist darauf zu achten, dass die Verriegelungen nicht beschädigt werden. Denn diese können mit den Jahren spröde werden und dann eventuell beim Lösen abbrechen.

Sind die Verriegelungen gelöst, wird die Blende ein wenig nach vorne abgezogen; gerade so viel, dass alle Kabel und Stecker abgeschlossen werden können.


Weitere Schritte

Nachdem die Blende abgenommen ist und die Schrauben der Einspülkammer frei sind, werden auch diese drei entfernt. Damit lässt sich die Einspülkammer gerade weit genug zur Seite drücken, um später an die Federn zu gelangen.

Doch zuvor werden auch die Magnetventile zur Seite gelegt. Hierfür wird das Kabel abgesteckt, dann werden die Ventile durch Eindrücken der durch den Rahmen führenden Nasen bei gleichzeitigem Drehen im Uhrzeigersinn gelöst.

Nun sind die Federn frei zugänglich. Perfekt!


Spanngurt anlegen

Zum Austauschen der Federn muss der Bottich etwas angehoben bzw. die Federn entlastet werden. Hierfür wird ein einfacher Spanngurt verwendet.

Beim Anlegen des Gurtes muss darauf geachtet werden, dass keine Kabel oder andere Teile eingeklemmt werden. Der Spanngurt wird auf einer Seite in den Rahmen eingefädelt und dann über den Motor geführt bzw. auf der Unterseite des Bottichs angelegt. Im oberen Bereich wird der Gurt wieder durch den Rahmen geführt und mit dem Anfang verbunden.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und die Federn können endlich getauscht werden.


Federn tauschen

Im nächsten Schritt werden die Federn getauscht. Das sollte sich nun recht einfach gestalten.

Beim vorliegenden Modell empfiehlt es sich, die Federn zuerst vom Bottich auszuhängen da sie dort etwas schmaler sind. Am Rahmen hingegen sind sie etwas breiter gebogen.

Wurden die Federn einmal ausgehängt, wird der Plastikschutz von den alten Federn abgezogen und auf die neuen aufgeschoben.

Danach wird die neue Feder eingehängt – zuerst rahmenseitig und anschließend auf der Seite des Bottichs.

Anschließend folgt noch die zweite Seite  - allerdings mit etwas mehr Fingerspitzengefühl wegen des Platzmangels. Dann ist es aber schon fast geschafft!


Waschmaschine wieder zusammenbauen

Als erstes wird der Spanngurt gelöst und aus der Maschine entfernt. Danach müssen die Magnetventile wieder in den Rahmen eingesetzt werden. Sind diese eingerastet, wird das Kabel angeschlossen. Als nächstes wird die Einspülkammer zurück in Position gebracht und mit ihren drei Schrauben an der Front fixiert.

Danach folgt die Bedienblende. Zuerst werden alle Kabel angeschlossen, dann wird die Bedienblende in den Rahmen eingeklickt.

Anschließend kann die Waschmittellade wieder eingeschoben werden. Und im nächsten Schritt wird die Geräterückwand angehalten und mit den zuvor entnommenen Schrauben fixiert. Die Blenden der Transportsicherung werden ebenfalls wieder eingesetzt. Zum Schluss wird auch noch der Gerätedeckel aufgesetzt und mit den zwei verbleibenden Schrauben fixiert.

Die Waschmaschine ist repariert, und einem geordneten Schleudergang sollte somit nichts mehr im Wege stehen. So soll's sein!